Claire Hooper - AOIDE

AOIDE - Claire Hooper

Wir freuen und sehr, im Rahmen der ersten institutionellen Einzelausstellung von Claire Hooper in Deutschland eine Neuproduktion vorstellen zu können, welche exklusiv für die Ausstellung entwickelt wurde. Der Film ‚AOIDE’, der in den letzten Monaten in München mit Mitteln der Lothringer_13_Halle produziert wurde, thematisiert die Geschichte der Halle als Ausstellungsort und entwirft damit ein komplexes Szenario, um die Beziehung von individueller und kollektiver Erinnerung in den Blick zu nehmen.

Die filmischen Arbeiten Hoopers entwickeln ihre komplexe strukturelle wie ästhetische Qualität aus einer innovativen Verschränkung basaler Erfahrungsbereiche des Individuums und deren entschiedener Inszenierung im Medium des Films, wobei die Werke weniger durch eine narrative Struktur geprägt sind, sondern viel mehr als verdichtete Reihung bewegter Bildmotive charakterisiert werden können.
So wird in den Arbeiten ihr Interesse an mythologischen und kulturhistorischen Erzählungen spürbar, deren Handlungsmuster sie in unsere Jetztzeit überträgt, wobei eine komplexe und innovative Verschränkung von Inhalt und Form offensichtlich wird. Mit dieser Verschränkung gelingt es Claire Hooper, in einer höchst eigenständigen Bildsprache Fragen nach dem individuellen und kollektiven Erleben von Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit in antiken sowie zeitgenössischen westlichen Konzeptionen aufzugreifen, um damit auf die Beziehung zwischen persönlichen und gesellschaftlichen Erfahrungsmustern in unserer heutigen Gesellschaft hinzuweisen. ...
Archetypische menschliche Erfahrungen, wie Erinnerung, Schuld, Ekstase, Liebe, Empathie und Apathie, werden dabei als Folie historischer sowie zeitgenössischer Verhaltensmuster sichtbar.

Konsequenter Weise spielen daher immer wieder subjektiv biographische Erfahrungen eine prägende Rolle in ihrer Kunst, indem oft der jeweilige Wohn- und Arbeitsort zu Grundlage der Arbeiten wird, sei es London, Berlin oder München. Auch der Architektur, als kulturelle Instanz, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in besonderer Weise darstellen und spiegeln kann, kommt in ihren Filmen eine prägende Rolle zu.

Im Zentrum des aktuellen, in München entstandenen Films steht Hoopers Entdeckung, dass ihr Vater, John Hooper, in einer der ersten international ausgerichteten Ausstellungen der Lothringer13 in den frühen 1980er Jahren mit seinen abstrakten Malereien vertreten war. Claire Hooper nutzt diesen Umstand zu einer filmischen Re-Inszenierung der Werke ihres Vaters in den aktuellen Ausstellungsräumen, wobei die Architektur der Halle ebenso wie die Werke ihres Vaters zu einer Folie der Handlung des Films werden. Vor diesem Hintergrund inszeniert sie in einer schematisierten Rahmenhandlung eine komplexe Reflexion über unsere Zeiterfahrung, wobei mythologische Erzählungen des Erinnerns aus dem antiken Griechenland mit der Geschichte und aktuellen Praxis der Kunsthalle selbst verknüpft werden und dabei auf anschauliche Weise die enge Beziehung von individuellem und kollektivem Erinnern spürbar macht.
Präsentierte Arbeiten in der Ausstellung:
AOIDE, 2011
NYX, 2010
The Blessing, 2007/2008
Auditorium, 2005

Claire Hooper, geboren 1978 in London;
Lebt und arbeitet in London (UK).

AOIDE

CLAIRE_HOOPER
08.07.–04.09.2011
ERÖFFNUNG:
07.07.2011_19.00

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