DANIEL KNORR - M, EINE STADT SUCHT IHREN MÖRDER

M, eine Stadt sucht ihren Mörder Daniel Knorr

Daniel Knorrs formal äußerst heterogenes Werk umfasst Installationen, Skulpturen, Videos und Interventionen in den öffentlichen Raum sowie in den vorgefundenen Ausstellungskontext.
Um das reiche Werk Daniel Knorrs im Rahmen der ersten institutionellen Einzelausstellung des Künstlers in München abzubilden, konzentriert sich das Projekt der lothringer13_halle auf die Präsentation raumgreifender, installativer Arbeiten, welche die unterschiedlichen gesellschaftlichen, politischen und phänomenologischen Konnotationen des Raumbegriffs reflektieren. Der Titel der Ausstellung ist situationsbezogen. Innerhalb des Spannungsfeldes von ‚Öffentlich’ und ‚Privat’ eröffnet der Titel ein gewisses Handlungspotential für die Befragung sozialer, machtpolitischer Prozesse des städtischen Raums.

In Kooperation mit der Ausstellungshalle Färgfabriken in Stockholm, Schweden, wurde die zentrale Arbeit der Ausstellung ‚Natural Cultural’ (2011) realisiert. Diese besteht aus über 130 aus Kunstfaser und Acryl gefertigten Abgüssen von Säulen, wie sie in vielen Fabrikarchitekturen des 20. Jahrhunderts bis heute vorzufinden sind. Im Spiel mit der Architektur der Ausstellungshalle wird durch die Vielzahl der eng stehenden Säulen die vielen Besuchern vertraute Anmutung der Halle grundlegend verändert. Die abgegossenen Säulen haben hier keine dienende Funktion. Gemeinsam mit den bis heute in der Halle sichtbaren Zeichen der früheren Nutzung als Werkraum werden sie zu Protagonisten des Ausstellungsparcours.
Durch diese radikale Veränderung der Halle wird deren ursprüngliche Funktion sowie die Geschichte des Hauses als Ausstellungsort neu erfahrbar und es wird ein visuell vielschichtiger Dialog zwischen den unterschiedlichen Funktionsweisen des Ortes und der sozialen Neubestimmung, die dieser in den letzten Jahrzehnten erfahren hat, entwickelt.

Neben ‚Natural Cultural’ und anderen Arbeiten des Künstlers ist auch das Werk ‚Block’ (2009) zu sehen. Der Besucher wird eingeladen, sich in einen Metallkäfig zu begeben und verschiedene klassische Instrumente wie Harfe, Kontrabass, Cello, Pauke oder Querflöte zu spielen (Bedingung: das Nichtbeherrschen des Instruments). Dieser Teil der Arbeit - die Erprobung der eigenen Ausgrenzung - wird ergänzt durch Zeichnungen sowie ein Video, welches in einem neuseeländischen Gefängnis aufgenommen wurde und die Insassen beim Spielen eben dieser Instrumente zeigt.

Daniel Knorr studierte an der Akademie der Bildenden Künste München bei Olaf Metzel und vertrat 2005 Rumänien auf der Venedig Biennale. Weitere Interventionen waren in den letzten Jahren auf der Manifesta 7 in Südtirol, der Quadriennale U-TURN in Kopenhagen 2008 und 2009 und im Rahmen einer Einzelausstellung am Museum Fridericianum in Kassel, ebenfalls 2008/ 2009, zu sehen.

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