STARTERS

Building Better Worlds

Lecture_Performance
von_Claus_Richter

Mi, 09. 03. 2011, 19.00

Building Better Worlds von Claus Richter zeigt, wie Hollywood Science-Fiction- und Fantasy-Welten konstruiert und wie dieses visuelle Angebot von Fans genutzt wird, um Elemente ihrer Lieblingsfilme von der fiktiven Leinwandwelt in die eigene Realität zu überführen. So rekonstruieren Fans etwa Waffen, Uniformen oder auch ganze Raumschiffe aus Science-Fiction-Klassikern wie Star Wars oder Aliens. Claus Richter zeigt Beispiele für diese Kontextverschiebungen und Grenzüberschreitungen.

Außerdem erläutert er verschiedene Subsysteme der Fankultur. Der Vortrag wird begleitet von Fotos, kurzen Videoeinspielungen und einigen praktischen Beispielen von scheinbar real gewordener Fiktion.

Building Better Worlds ist das Motto der fiktiven Weyland Yutani-Corporation aus Aliens. In dem Film errichtet die Corporation neue Siedlungen auf anderen Planeten – ähnlich wie die Fans solcher Filme, die sich das Medienangebot Hollywoods aneignen und nach ihren eigenen Bedürfnissen kreativ umwandeln.

Claus Richter, geb. 1972, lebt und arbeitet in Köln

Förderpreise 2011 der Landeshauptstadt München

Bildende Kunst – Architektur – Design – Fotografie – Schmuck

19. März – 17. April 2011

Preisverleihung: Freitag, 08. 04. 2011, 19 Uhr
Es sprechen Bürgermeisterin Christine Strobl und Katharina Gaenssler

Alle zwei Jahre verleiht die Landeshauptstadt München Förderpreise für Bildende Kunst, Architektur, Design, Fotografie und Schmuck. Die Ausstellung „Förderpreise 2011“, die in der lothringer_13_halle vom 19. 03. - 17. 04. 2011 zu sehen ist, zeigt Werke der insgesamt 29 Künstlerinnen und Künstler bzw. Büros und Agenturen, die von den Mitgliedern der fünf Fachjurys nominiert wurden. Über die Empfehlung der in den Jurysitzungen ermittelten Preisträgerinnnen und Preisträger hat der Kulturausschuss am 31. 03. 2011 entschieden. (Link)

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:
Ulrich Gebert (Bildende Kunst)
Jens Kabisch (Bildende Kunst)
Palais Mai / Ina-Maria Schmidbauer, Patrick von Ridder, Peter Scheller (Architektur)
Nitzan Cohen (Design)
Ute Klein (Fotografie)
Jiro Kamata (Schmuck)

Sebastian Kottmair (Design) und Alexander Müller (Architektur) erhalten auf Vorschlag der Jury eine lobende Erwähnung.

Nominiert für die Förderpreise 2011 waren:

Bildende Kunst
Veronika Dimke, Ulrich Gebert, Alexandra Hendrikoff, Benedikt Hipp, Jens Kabisch, Mitra Wakil

Architektur
Eva Durant, Andreas Notter / tools off.architecture
Jan Foerster, Klaus Rothhahn / Teamwerk-Architekten
Peter Kunze, Stefanie Seeholzer / Kunze Seeholzer Architektur & Stadtplanung
Katharina Leuschner / Leuschner Architekten
Alexander Müller / AMA
Lutz Ring / Ring Architekten
Palais Mai / Ina-Maria Schmidbauer, Patrick von Ridder, Peter Scheller

Design
Andri Bischoff, Nitzan Cohen, Sebastian Kottmair, Thomas Mayfried, hansandfranz / Konstantin Landu-ris & Horst Wittmann

Fotografie
Gerald von Foris, Barbara Hartmann, Elias Hassos, Tanja Kernweiss, Ute Klein, Johannes Wende

Schmuck
Alexander Blank, Saskia Diez, Jiro Kamata, Yutaka Minegishi, Mirei Takeuchi

Pressekontakt:
Jennifer Kozarevic
Tel. 089-233-26005, Fax 089-233-28645
jennifer.kozarevic@muenchen.de

STARTERS – PERFORMATIVE POSITIONEN

Als erste Ausstellung unter der neuen Leitung der lothringer13_halle freuen wir uns, die Ausstellung und Performance-Reihe ‚Starters’ vom 25. Februar bis 09. März 2011 präsentieren zu können. Neben der Vorstellung internationaler, heute historischer sowie aktueller, lokaler performativer Positionen, wirft die Ausstellung ‚Starters’ virulente Fragen der Vermittlungsbedingungen einer zeitbasierten künstlerischen Aufführungspraxis auf.
Eine erste Achse der Ausstellung präsentiert eine exemplarische Auswahl früher performativer Positionen, die auf das in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren neue Medium von Film und Video hin ausgelegt wurden. Auf einer zweiten Ebene hinterfragen zeitgenössische performative Arbeiten junger, in München tätiger KünstlerInnen diese Anfänge und illustrieren dabei die aktuellen Entwicklungen und unmittelbaren Wirkungsweisen des heute wieder vielfältig sichtbaren Mediums der Performance.
Vorgestellt werden im Ausstellungsteil der Veranstaltungsreihe exemplarische Arbeiten einer in den 1960er und 1970er Jahren noch jungen, nach individuellen Ausdrucksformen suchenden Generation, die aus heutiger Sicht wegweisend für die damals neue Disziplin der Performance- und Video-Kunst anzusehen sind.
Die Trennung von Performance und Video-Kunst stellt dabei einen ersten Spannungspunkt vor, der den Arbeiten unmittelbar eingeschrieben ist, indem die performativen Handlungen auf die neuen Möglichkeiten der Dokumentation in Echtzeit hin ausgerichtet waren und zugleich neue Potentiale der Vermittlung und der Veröffentlichung boten. Die dabei offen zu Tage tretende Diskrepanz zwischen der unmittelbaren Aufführungspraxis und der nur mittelbar über das Medium des Videos sichtbar gemachten Themenkomplexe der Filme verdeutlichen eine erste Fragestellung, welche die Ausstellung aufwirft.
Wie verändern sich die Möglichkeiten der Rezeption einer zeitlich und räumlich in Echtzeit vollzogenen künstlerischen Aktion durch die Präsentationsform des Videos, ohne grundlegende Alleinstellungsmerkmale der performativen Ausstellungspraxis aufzugeben?
Das innovative Potential, welches die Performance und die Video-Kunst einer jungen Künstlergeneration anboten, um formalisierten und zumeist aus der minimalistischen Kunst der 1960er Jahre abgeleitete Arbeitsweisen neue künstlerische Inhalte entgegen zu setzten, wird anhand von exemplarischen Beispielen vorgestellt. Fragen nach der Identität des modernen Subjekts und die Problematisierung der kulturellen und sozialen Verortung des Künstlers in der dynamischen Nachkriegsgesellschaft konnten mit Hilfe des neuen Mediums aufgenommen werden, ohne die Ergebnisse der Minimal- und Conceptual art grundlegend zu negieren. Der Einsatz des zumeist eigenen Körpers und der kostengünstigen Aufzeichnung dieser, oft als Versuchsanordnung konzipierten Arbeiten eröffnete der jungen Künstlergeneration in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren neue Ausdrucksmöglichkeiten, die in vielfältigen neuen Ansätzen des Verständnisses der Kunst als Reflexionsmedium gegenüber aktuellen Weltbezügen mündeten.
Die historischen Ansätze sind in ihrer Rezeption, wie die Ausstellung vermitteln möchte, nicht von der Entwicklung der Video-Kunst zu trennen, da das technische Medium des Videos in vielen der vorgestellten Arbeiten als zentrales Moment der Arbeiten selbst inszeniert wird. Die Kamera dient als idealtypischer Betrachter der Aktionen und wird in den Performances als Gegenüber des agierenden Künstlers ins Spiel gebracht und ist den Arbeiten als Vermittlungsinstanz zumeist kontextuell eingeschrieben. In wiefern man Performance und Video-Kunst klar voneinander trennen kann, bleibt dabei eine offene Frage der Ausstellung.
Die Präsentation als historisch einzuordnender früher Video-Performances, die vornehmlich aus der US-amerikanischen Kunst stammen, dient dabei als Folie der Vorstellung aktueller Positionen, die im Rahmen des Programms live zur Aufführung kommen.
Die Verschränkung von historischen Positionen des Beginns der Performance- und Video-Kunst der 1960er und 1970er Jahre und aktuellen performativen und situativen Arbeiten junger, in München tätiger KünstlerInnen, leistet die zweite Achse der Ausstellung, die an die aufgeworfenen Fragen anknüpft und ausgewählte Performances live zur Aufführung bringt.
Durch die Präsentation performativer Ansätze aus der jungen Münchner Szene, die zumeist aus dem Kontext der Akademie der Bildenden Künste München stammen, sollen aktuelle Fragestellungen, Weiterentwicklungen und auch Distanzierungen gegenüber den historischen Positionen ausgelotet werden.
Zudem eröffnet die live vorgetragene performative Praxis einen basalen Zugang zu der Frage der Präsentations- und Wirkungsweise dieser Ausdrucksform in Echtzeit unter unmittelbarem Kontakt mit dem Publikum.
Fragen der Vermittlung, die dem Medium eingeschrieben sind und historisch durch das Format Video vermittelt wurden und weiterhin werden, können im Rahmen des Performance-Programms nochmals nachvollzogen werden. Die Artikulationen eines nicht objektbezogenen künstlerischen Arbeitens vor Publikum, die sich nun nicht primär auf die Vermittlung durch das Format Video stützt, eröffnet den Raum für die generelle Frage nach der Vermittelbarkeit performativen Arbeitens heute. Zudem schließt diese Fragestellung an die Problematik der generellen Funktion des Formats der ‚Ausstellung’ als Vermittlungsmedium spezifischer kreativer Inhalte an.

KünstlerInnen der Ausstellung:
Vito Acconci, Chris Burden, Joan Jonas, Bruce Nauman, Martha Rosler, Carolee Schneemann, Hannah Wilke

KünstlerInnen der Performance-Reihe:
Jan Engels, Theo Hofmann, Funda Gül Özan, Andreas Peiffer, Carmen Runge, Johanna Zey

STARTERS

VITO_ACCONCI
25.02.–09.03.2011 CHRIS_BURDEN
ERÖFFNUNG: JOAN_JONAS
24.02.2011_19.00 CAROLEE_SCHNEEMANN
BRUCE_NAUMAN
MARTHA_ROSLER
HANNAH_WILKE

PERFORMANCES: JAN_ENGELS
24.02.2011_19.00 THEO_HOFMANN
FUNDA_GÜL_ÖZCAN
CLAUS_RICHTER: ANDREAS_PEIFFER
09.03_19.00 CARMEN_RUNGE
JOHANNA_ZEY

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